6. Philharmonisches Konzert in Cottbus

ATLI INGÓLFSSON (*1962)
Cottbus Diptych II: Slur | Auftragswerk des Staatstheaters Cottbus  Uraufführung

JÖRG DUDA (*1968)
„Longing for Silence” Op. 75/1b
Konzertstück Nr. 2 für Bassposaune und Orchester | Uraufführung

ANTONÍN DVOŘÁK (1841-1904)
Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 (Aus der Neuen Welt)

Stefan Schulz – Posaune
Philharmonisches Orchester
Dirigent: Ivan Repusic

Schon lange habe ich nichts mehr aus dem kulturellen Leben in Cottbus berichtet, dabei pilgere ich brav allmonatlich zum Cottbuser Staatstheater ins Konzert. Dieses mal war es aber anders, denn dieses Mal verschickte Evan Christ, der hervorragende Generalmusikdirektor, eine persönliche Einladung an die Konzertabonenten. Er schwärmte nachdrücklich von der Uraufführung des Duda-Bassposaunenstücks mit dem Ziel, das Publikum ins Konzert zu locken.

Bei mir hat es funktioniert, zum Glück, denn sonst wäre mir ein absolut hörenswertes Konzert entgangen. Mit den Erfahrungen, die ich in Cottbus mit Uraufführungen gemacht habe, hätte ich mir wohlmöglich überlegt, das auch eine perfekt gespielte Sinfonie aus der Neuen Welt die Langeweile und den Ärger, die mir diese Uraufführungen bereiten, nicht aufwiegen kann, vor allem, wenn dann nicht einmal der GMD am Pult steht, sondern ein Gastdirigent. Erschwerend kam hinzu, dass der erste Teil des Cottbus Diptych von Herrn ATLI INGÓLFSSON im letzten Philharmonischen Konzert mal wieder eine dieser absolut unerträglichen und überflüssigen “Kompositionen, die die Welt nicht braucht” war. Ich nenne das “Reispapiermusik”. Der Komponist hat eine kleine Idee, die bei Komponisten wie Brahms, Bruckner oder Beethoven für 4-8 Takte Musik gereicht hätte (oder vielleicht auch 10-12, wenn sie mal schlecht drauf waren). Ein Johann Sebastian Bach hätte natürlich aus einer solchen Idee eine 6-Stimmige Fuge komponiert, aber es ist unfair, Vergleiche mit Bach zu ziehen, da sieht jeder Komponist alt aus. Unser Komponist aber walzt diese kleine Idee so lange aus, bis sie 10 Minuten lang und so dünn ist, wie Reispapier – und genauso substanzlos. Am Ende wird das Machwerk mit maximaler Orchestrierung aufgebauscht und ausgestopft, damit keiner merkt, dass es in Wirklichkeit vollkommen belanglos ist. Gestern stand der 2. Teil dieses Werkes auf dem Programm, ein wahrhaft abschreckender Gedanke.

Im letzten Konzert gab es aber auch noch eine weitere Uraufführung: Der Schlagzeuger brachte als Zugabe: “WOLFGANG REIFENEDER (*1960): Crossover für kleine Trommel solo” mit, und in diesen vier kleinen Sätzen waren mehr Spannung und geniale Ideen mit nur einem Instrument, als zuvor im Diptych mit riesiger Orchsterbesetzung!

Nun, ich kämpfte noch mit der Entscheidung, gestern ins Konzert zu gehen, denn wenn du einmal drin bist, musst du durchhalten bis zum bitteren Ende. Als gut erzogene Konzertbesucherin komme ich natürlich pünktlich ins Konzert und nicht erst nach dem ersten Stück. Mittendrin aufstehen und gehen kommt auch  nicht in Frage, das habe ich bisher nur einmal im Theater getan, und da war ich 20 Jahre jünger. Das Stück war übrigens so schlecht. dass ein Radio-Sender die Leute interwievte, die in der Pause die Flucht ergriffen. Aber ich schweife ab. Die Alternative zur Flucht wäre Stricken, aber das geht natürlich auch nicht im Konzert. (Ich habe allerdings schon mal einen kopierten Artikel aus einer Fachzeitschrift im Programmheft getarnt gelesen, aber ganz fein ist das natürlich auch nicht.)

Letztendlich war das alles auch nicht nötig. Teil II des Diptych war eigentlich recht gut, also um Welten besser als Teil I. Das Konzertstück von Herrn Duda war absolut klasse und wunderbar gespielt, sowohl vom Solisten als auch vom Orchester. Bassposaune ist ja ein Instrument, dass am ehesten im Jazz mit einer Hauptrolle bedacht wird, und eine klassische Komposition ist unter solchen Umständen immer spannend. Das Stück von Herrn Duda war außerdem erfreulich wenig experimentell, was bedeutet, dass man Melodien und Themen erkennen konnte und das Zuhören nicht nur anstrengend war.

Und ANTONÍN DVOŘÁK’s 9. Sinfonie ist ja an sich schon ein wunderschönes Stück. Hier wurde sie mit einer Innigkeit gespielt, die man sich schöner nicht wünschen könnte, ohne an Klarheit zu verlieren und das auch noch völlig Kitsch-frei. Das hätte ich auch in Berlin nicht besser hören können. Interessant ist übrigens der direkte Vergleich : Wir haben die 9. schon einmal in Cottbus gehört, damals noch unter dem alten GMD, und ich kann mich nicht erinnern damals ähnlich beglückt aus dem Konzert gekommen zu sein.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich dank Herrn Christ’s freundlicher Einladung genau zur rechten Zeit am rechten Ort war, um einen wunderbaren Konzertabend zu erleben.

Wir bauens uns ein Gewächshaus oder Alle meine Baustellen 2

Draußen zieht der April seine Wettershow ab. Im Moment folgt Regen auf Regen, genau das richtige Wetter, um über den Garten zu berichten. Wenn ich schon nicht draußen arbeiten kann, kann ich wenigstens darüber schreiben.

Alle, die auch nur aus dem Fenster nach draußen schauen können, sind herzlich dazu eingeladen, mir über die Schulter zu schauen. Also: Tee und Kekse holen und gemütlich zurücklehnen.

Baumhausdach Nachdem das Baumhausdach ja so zufriedenstellend vor dem einzigen Schnee dieses Winters fertig geworden ist, arbeite ich an einem neuen Projekt.
Monatelang habe ich meinem Mann wegen eines Gewächshauses die Ohren vollgequengelt, bis er dann schleißlich entnervt aufgab: „Dann kauf‘ Dir halt eins!“
Eine Recherche im Internet ergab, dass das Traum-Gewächshaus unser Budget mehr als nur sprengt. Das bezahlbare Modell aus dem örtlicchen Baumarkt war so niedrig, dass ich den Kopf einziehen musste, hatte eine sehr bescheidene Grundfläche und wackelte wie ein Lämmerschwanz. Es ist klar, worauf das ganze herauslaufen musste: Selbstbau.
Wieder im großen, weiten Netz gesucht, war ein fabelhafter Bauplan auch recht schnell gefunden. Der schicke amerikanische Bauplan zeigt ein Holzhaus mit doppeltem Pultdach und einer beweglichen Fensterreihe dazwischen. Beim näheren hingucken hatte das Ganze ein paar Mängel: Anstelle eines Fundaments verwenden die Planer einen Rahmen aus 10x10cm Balken, die auf der Erde aufliegen und nur durch ein paar angeschraubten, schwertähnlichen Latten im Boden verankert sind. Genau die Sorte Konstruktion, die beim ersten Stürmchen davonfliegt. Hier im alten Europa bauen wir natürlich für alle Ewigkeit, also hat meine Konstruktion einbetonierte Punktfundamente und keinen Bodenkontakt der Holzelemente.
Zu allererst wurde das Holz dreimal mit Holzschutzlasur gestrichen und dann durfte alles erst einmal den Winter über liegen bleiben.
Vor vier Wochen haben wir dann angefangen mit dem Bauen.BaugrundQueckenwurzeln

Zuerst durfte ich den Boden vorbereiten und den Rhabarber umsiedeln. (Er hat überlebt und treibt inzwischen auch wieder aus). Die Ecke, die für das Gewächshaus vorgesehen ist, habe ich im letzten Jahr dem Unkraut sich selbst überlassen (der Fachmann nennt das „Brache“). Es ist unfassbar, wie viele Queckenwurzeln sich innerhalb eines Jahres auf einem derart kleine Stück ansammeln können!

 

 

 

Dann haben wir die Fundamente gebaut. Ein Freund hatte uns empfohlen, Stücke von Stahlrohr in Löcher zu stellen, sie auszurichten auf die gleiche Höhe, die Löcher dann rings herum mit Beton zu füllen und am Ende die Pfostenanker in die Rohre einzubetonieren. Dadurch sind dann alle Pfostenanker in derselben Höhe und die Basis des Gewächshauses ist waagerecht.Fertige Punktfundamente
Um es kurz zu machen: 9 Rohrabschnitte von ca. 60cm Länge an die Eckpunkte und die Seitenmittelpunkte eines wirklich rechtwinkligen Rechtecks auf die selbe Höhe zu bringen, erfordert nicht nur ein Wochenende Geduld, sondern vor allem solide Geometrie-Kenntnisse. Dabei ist es durchaus von Nutzen, wenn man sich an den ollen Pytagoras und seine Dreieck-Rechenregeln erinnert. Nach erfolgten Bauarbeiten konnte ich das meine Kindern auch gar nicht lange genug vorhalten. So sieht der Bauplatz also mittlerweile aus:Fundament ist fertig
Natürlich musste dann noch das Holz zugeschnitten werden. Die verwendeten Leisten haben eine Länge von 5 Metern. Dummerweise habe ich bei der Holzberechnung 5 Meter zu wenig berechnet. Klugerweise ist mir das bei der Bestellung aufgefallen. Dummerweise habe ich das nicht sofort notiert. Und fatalerweise habe ich dann, als die Holzlieferung nach „Holz für das Gewächshaus“ und „Holz für den Carport“ aufgeteilt wurde, die herrenlosen Leiste nicht für mich beansprucht und stand auf einmal mit einer Leiste zu wenig da! Eine einzelne Leiste bestellt man nicht nach. Zum Glück hatte ich noch von meinem alten „Gewächshaus-Schrank“ vier Holzpfosten übrig, die ich verwenden konnte.
Das Gewächshaus wird in Modul-Bauweise errichtet: Auf die Basis werden erst die Rahmen für die Seitenwände geschraubt (die Amis machen das mit Nägeln, ich werde Schwerlastwinkel und Flachverbinder verwenden. Im gut sortierten Baumarkt finden sich Broschüren, die eine erstaunliche Vielfalt an Bauteilen für den Hobby-Zimmermann zeigen, die ein hoffentlich Hurrikane-sicheres Resultat garantieren werden). Wenn die Seitenwände stehen, werden die vorher zusammengeschraubten Dachsparren aufgesetzt, dann werden die Türöffnungen in die Giebelwände gesetzt und das Ganze wird am Dach noch mit diagonal aufzuschraubenden Bandeisen ausgesteift. (klingt das nicht beeindruckend? Was man nicht alles für tolle Wörter bei der regelmäßigen Lektüre von DIY-Zeitschriften lernt!)
Bevor man solche Dachsparren zusammenschraubt, muss man sie erst zusägen. Profis und ambitionierte Heimwerker haben für so etwas eine elektrische Kapp- und Gehrungssäge. Ich bin zwar ambitioniert, aber so etwas gibt es bei mir nicht, also arbeite ich auf die altmodische Art mit der Feinsäge und Armschmalz. Beim Kauf einer guten Säge darf man übrigens nicht geizig sein. Es lohnt sich, wenig, aber dafür gutes Werkzeug zu haben, sonst hat man echt keine Freude an der Arbeit. Das fängt schon mit Schraubzwingen an. Wer die Billigangebote neben der Baumarkt-Kasse kauft, darf sich nicht wundern, wenn sie ständig wieder aufgehen. Wieso ich hier von Schraubzwingen anfange? Nun ja, die Dachsparren werden am einen Ende in einem Winkel von 60° und am anderen Ende in einem Winkel von 30° abgeschnitten. Um einen sauberen, senkrechten Schnitt zu erhalten, schraube ich zwei Vierkanthölzer rechts und links von der markierten Schnittlinie auf meine Leiste = fertig ist die Führungsschiene für die Säge.Gehrungssägen
Die Holzteile durften dann noch alle mit der Schnittkante in ein Bad aus Rapsöl, um sich so richtig vollzusaugen und wetterfest zu werden.Schnittkanten ölen2  In der amerikanischen Anleitung wird das Häuschen dann mit Folie bespannt, was eine Lebensdauer von ungefähr 4-6 Jahren hat und jede Menge dünne Holzleisten zum Aufnageln erfordert. Wir haben uns für die Eindeckung mit Wellplatten entschieden. Daher braucht unsere Konstruktion noch zusätzlich fünf Querlatten auf dem Dach und je eine Latte in den Seitenwänden. Diese Latten werden in die Dachsparren versenkt, und dazu müssen diese ausgeklinkt werden.Ausklinken1 Für das Ausklinken macht man zwei senkrechte Schnitte in die LeisteAusklinken3 (und einen dritten in der Mitte, damit das Holz besser herausgeht)Ausklinken2 und stemmt dazwischen mit dem Stechbeitel und dem Hammer das Holz weg. Ausklinken4Das klingt jetzt ziemlich einfach, in der Realität hat das Holz aber oft eine recht eigenwillige Maserung und bricht oft ganz anders weg, als ich das gerne hätte.ausklinken6 Ich stemme also nur einen Teil des Holzes weg und arbeite dann mit Raspel und Feile nach.Ausklinken5Ausklinken7 Und wenn ich sauber gearbeitet habe, sieht das Ergebnis dann so aus:Ausklinken8Ausklinken9
Leider ist diese Sägerei und das Nacharbeiten echte Muskelquälerei, besonders, wenn die Werkbank nur 75cm hoch ist. Ich hatte davon einen derartigen Muskelkater zwischen den Schulterblättern, dass ich nachts weder auf dem Rücken liegen noch schlafen, noch tief atmen konnte. (könnte sich natürlich auch um einen Herzinfarkt gehandelt haben, ein Freund (Arzt) hat mich erst neulich subtil darauf hingewiesen, dass ich mittlerweile zur Risiko-Altersgruppe gehöre). Da eine kleine Rückenmassage mit Kräuterbalsam durch meinen Mann die Beschwerden verbessert hat, war es wohl doch nur Muskelkater. Merke: Wer sägen will, sollte Arnica D6, Kräuterbalsam und einen massierwilligen Partner zur Hand haben.
Wenn alle diese Vorarbeiten erledigt sind, kann man an das eigentliche Zusammenbauen der Rahmen gehen. Dazu bringt man alles Holz zur Terrasse, (Menschen mit Golfrasen, der regelmäßig planiert und gewalzt wird, können das natürlich auch auf dem Rasen zusammenbauen), um alles auszulegen und zusammenzuschrauben. Ein bisschen hat das was von einem ausgepackten IKEA-Möbel:Seitenwände und Dachsparren Ich stelle vor „Gürk“ das Gewächshaus.

Wir haben die Holzteile stumpf mit Winkeleisen zusammengeschraubt – die Amis in der Anleitung nageln nur. Ich frage mich, wie man die doch recht schweren Seitenteile wohl zum Bauplatz zurücktragen will, Nägel dürften da wohl wieder herausrutschen. Die Dachteile habe ich mit Flacheisen zusammengeschraubt und ganz ehrlich: Es ist ein richtig tolles Gefühl, wenn die Hölzer, die man berechnet und zugesägt hat, auch genauso zusammenpassen, wie es geplant war! Jetzt regnet es seit Tagen, daher liegen die zusammengeschraubten Einzelteile im Garten herum (und verziehen sich hoffentlich nicht!) Zum Wochenende erwarte ich besseres Wetter, dann können wir hoffentlich unser Gürk aufstellen. Morgen schneide ich noch die Diagonalverstrebungen für die Giebelseiten zu, Türstürze und Türpfosten habe ich schon. Dann fehlen nur noch die Fenster. Eventuell können wir auch schon die PU-Platten aufschrauben, mal sehen, ich werde berichten.

MeMadeMittwoch mit Zwergmännchenjacke

MMM im Forties-KleidHeute trage ich mal wieder mein schon öfter besprochenes, Tara-Starlett-inspiriertes Vierziger-Jahre Hemdblusenkleid. Dieses Mal aber mit der endlich fertig gewordenen zweiten Strickjacke (die erste gab es hier zu sehen).

Gestrickt ist das Jäckchen mit Drops-Merino Extra Fine in Apfelgrün. Ich habe kein Muster verwendet, sondern mich in den Maßen am Heidi-Jäckchen orientiert und nach der Maschenprobe berechnet.

WolljäckchenDas Muster heißt “Zwergmänchen” und war nach dem Alpaca-Elend mal eine ganz schnelle Strickerei. Wenn man aber nur einmal in der Woche beim Klavierunterricht der Tochter zum Stricken kommt, braucht das ganze trotzdem fast ein dreiviertel Jahr! ZwergmännchenmusterDas Zwergmänchen-Muster (irgendwie will ich immer “Erdmännchen” sagen) sieht aus wie gehäkelte Stäbchen, ist aber elastisch und recht warm. Es geht:

  • 1., 2., 3. Reihe rechts
  • 4. Reihe links
  • 5. Reihe: Randm., dann im Wechsel ein Umschlag und 2M re zusammenstricken
  • 6.Reihe: alles links abstricken
  • wieder von vorne

Leider hatte ich etwas zu wenig Wolle bestellt, daher habe ich die Ärmel von oben in die Armlöcher gestrickt. Dabei sind sie etwas puffig geworden, der rechte mehr als der linke, was ich nicht verstehe, weil ich die selbe Anzahl Maschen gestrickt habe. Hoffentlich gibt sich das in der Wäsche. Gepuffte Ärmel bei Stricksachen finde ich eigentlich eher spießig, aber hier passt es sehr gut zu dem Retro-Look des Kleides.MMM 3-4-14

Beim MMM ist heute Catherine die Gastgeberin und dort haben sich auch schon eine Menge selbst eingekleideter Damen eingefunden.

MMM am 26.3.2014

Heute habe ich mich aufgerafft, mal wieder über das zu schreiben, was ich trage.

MMM 26-3-14-2Neu ist es nicht, aber angenehm zu tragen. Die Schnitte von Shirt und Rock stammen von Burda, genauer gesagt das Shirt ist die 129 aus 1/2011, hier schon mal beschrieben, und der Rock die 120 aus 11/2009, hier und hier genauer beschrieben.

Das Shirt, das übrigens noch immer kein Gummiband im Ausschnitt hat, ist an der Front gedoppelt. Das ist tückisch beim Anziehen, denn wenn man, wie ich, sich das Ding in aller Eile über den Kopf zerrt, kann es unschöne Falten quer über der Brust geben.MMM 26-3-14 SeitenansichtHier seht ihr nochmal die doppelte Kellerfalte im Rock, die mir so gut gefällt.MMM 26-03-14Noch mehr schöne Kleidung, die heute von echten Menschen getragen wird, findet ihr auf dem MMM-Blog bei Gastgeberin Wiebke. Sie trägt eine Hose, die an der echten Frau genauso toll aussieht, wie im Heft und sofort auf meine Liste kommt.

12-tel Blick im März

12-tel Blick im Januar

12-tel Blick im Januar

12-tel Blick im Februar

12-tel Blick im Februar

Das erste Quartal ist vorbei und hier kommt der März-Blick auf meine Staudenrabatte. Das Gras im Vordergrund wurde abgesengt, es wächst danach viel besser, die Krokusse sind vorbei und ich bin dazu gekommen, die vertrockneten Staudenstängel abzuschneiden. Ein paar warme Tage gefolgt von Regen haben alles in die Höhe schießen lassen, besonders das Unkraut. Ein bisschen wenig bunt ist es schon hier, das liegt vor allem an den blühfaulen Narzissen, die mich in diesem Jahr ein bisschen hängen lassen. Allerdings sind die Traubenhyazinthen fleißig dabei, Farbe in das Beet zu bringen.

12-tel Blick 3-14

12-tel Blick im März

Mehr Fotos aus dem März findet ihr bei Tabeas außergewöhnlicher Sammlung.

12-tel Blick im Februar

Nur noch 2 Tage der Link geöffnet, allerhöchste Zeit, um das Februar-Bild einzustellen.

So sah es in der Staudenrabatte am 25. Februar aus:12-tel Blick 2-14Seither überschlägt sich die Natur förmlich, überall ragen schon die grünen Spitzen aus den vertrockneten Stängeln heraus. Mehr dazu gibt es in ein paar Tagen, wenn das März-Foto gemacht ist.

Hier noch ein paar Impressionen aus den Vorfrühlingsgarten:

Schneeglöchen in der Einfahrt

Schneeglöchen in der Einfahrt

Krokus von nahem

Krokus von nahem

Christrose mit Hummel

Christrose

Das ist der kleine weiße Fleck in der Bildmitte. Die Frühblüher werden eifrig besucht.

Lenzrose

Lenzrose

Für alle, die gerne über fremde Gartenzäune gucken, plane ich in diesem Jahr eine Art monatliches Gartentagebuch, Ende des Monats geht es los, bei Regen vielleicht schon eher.

Alle 12-tel Blicke aus dem Februar versammeln sich noch bei Tabea.

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12-tel Blick im Januar

12-tel Blick im Januar

Baumhaus 1

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Nix für Lemminge: 3.=2. Treffen

Das letzte Treffen habe ich geschwänzt, ich war krank. So eine heimtückische Erkältung, die ich einfach nicht abschütteln kann. Arbeiten, schlafen, ein bisschen Hausarbeit, schlafen – das geht jetzt schon die dritte Woche so. Immerhin ist der Entwurf fertig, den kann ich Euch also heute zeigen. Und weil ich nicht die beste Zeichnerin bin, habe ich mich bei Top-Model bedient. Der Block mit den Models, die angezogen werden sollen, lag auf Vorrat gekauft im Geschenke-Lager, ohne Hoffnung auf eine Besitzerin, weil just zwei Wochen nach dem Hamsterkauf die Töchter unisono erklärten, daraus herausgewachsen zu sein. Jetzt gehört er mir und man erkennt sicherlich sofort die erstaunliche Ähnlichkeit mit mir :) .

Nix für Lemminge Entwurf in FarbeAus den Kirschblüten-Tischläufern soll ein Rock werden, und weil die beiden nur 50cm breit sind, werde ich das Rückenteil mit einer Teilungsnaht und das Vorderteil mit einer Pseudo-Wicklung arbeiten. Im Prinzip also ein Bleistift-Rock mit einem Überschlag, keine große Kunst. Ich hoffe bloß, dass der Schnitt auch so einfach zu erstellen ist, wie ich mir das einbilde.

Das eigentlich schwierige wird die Bluse: Ein in der Mitte symmetrischer Stehkragen mit einem Verschluss, der am Ende asymetrisch werden soll. Ich bin versucht, auch hier zu tricksen, zumal ich Befürchtungen habe, dass bei einem leichten Blusenstoff so ein Veschluss nicht anständig sitzt. Also Reißverschluss in der Seitennaht und die Knopfleiste vorne von unten bis zur Schräge zugenäht, so dass ich nur die obersten drei bis vier Knöpfe öffnen kann, um den Kopf durchzustecken. Ein Reißverschluss im Rücken wäre auch denkbar, aber dann müsste ich den Kragen teilen, und ich bin nicht sicher, ob das so schön wäre.

Nix für Lemminge - KonstruktionszeichnungHier ist noch mal die Konstruktions – zeichnung. Und was Ihr da links im Bildchen seht, ist das eigentliche Problem: Die Bluse soll aus einer alten Bluse entstehen, und ich bin nicht wirklich sicher, ob der Stoff ausreicht. Ich glaube auch nicht, dass es noch irgendwelche Stoffreste gibt, die sind vermutlich längst zu Barbie-Roben umgearbeitet worden. Die eigentliche Herausforderung bei der Schnittkonstruk- tion besteht also darin, die notwendigen Teilungsnähte bei der Stückelung als gewolltes Detail zu verkaufen. Leider ist der Blusenteil mit der Raffung irgendwie diagonal zugeschnitten, also nicht so ohne weiteres verwendbar, dafür sind die Ärmel aber obenherum recht weit, mal sehen, wie ich das verwenden kann.

Hier ist noch einmal ein Bild vom Kirschblütenstoff, der schwarze Blusenjaquard mit dem eingewebten Paisly-Muster sieht auf den Bildern nur schwarz aus und lohnt die Abbildung nicht.

Kirschblütenstoff

Kirschblütenstoff

Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen genug Zeit zum Nähen finde, der Ruf des Bettes ist abends immer noch sehr laut und durch die Wärme hat die Gartensaison schon begonnen… In jedem Fall bin ich gespannt, wie die anderen Nicht-Lemminge vorankommen. Bei Alex  ist das Treffen seit einer Woche im Gang  .

12-tel Blick im Januar

Ich habe lange gezögert, ob ich dieses Jahr wieder beim 12-tel Blick mitmachen will, weil ich zwar im November noch fotografiert habe, aber nicht mehr eingestellt, und im Dezember gar nicht mehr die Energie für den kleinen 30-Minuten-Spaziergang, das Foto und den Post aufbringen konnte.

Staudenrabatte 30.1.2014

Staudenrabatte 30.1.2014

Letztendlich habe ich mich dann doch dafür entschieden. Das Foto ist eines der wenigen “echten” Winterbilder dieses Winters und zeigt meine große Staudenrabatte von der Terassentür aus gesehen. In dieser Rabatte findet jedes Jahr der gleiche Wettlauf zwischen Unkraut und Blumen statt, der im letzten Jahr immerhin unentschieden ausgegangen ist (davor hat das Unkraut gewonnen). Seit 12 Jahren wird sie beständig umgemodelt und den Bedürfnissen der dort lebenden Pflanzen und denen der Gärtnerin angepasst. Ich bin gespannt, wie sie sich in diesem Jahr entwickeln wird, und inwiefern das monatliche Foto daran beteiligt ist.

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Baumhaus im November

Was hat ein Baumhaus, dessen Dach aussieht, wie ein gut aufgegangener Blätterteig mit einer Quiltdecke zu tun?

Baumhaus NordseiteAuf den ersten Blick gar nichts, es sei denn, man wollte die aufgeweichten Lagen Sperrholz mit den Lagen eines Quilts vergleichen.Detailansicht Baumhaus In meinem Fall jedoch alles: Dieses Dach in Verbindung mit dem nahenden Wintereinbruch und ein paar letzten trockenen Tagen hat mich davon abgehalten, den Quilt zu beenden. Denn anstatt an der Nähmaschine zu sitzen und brav die Patchworkblocks zu quilten habe ich mit Todesverachtung auf der Leiter balanciert und erst Latten und Konterlatten mit abartig langen Nägeln  und dann Bitumenwellpappe mit Spezialnägeln auf die alte Konstruktion genagelt, wohl wissend, dass das alte Dach keinen weiteren Winter überlebt hätte. Ein Foto des neuen Daches gibt es, wenn die letzen 10 Nägel eingeschlagen sind, die mir dummerweise noch gefehlt haben.

Das und die krasse Fehleinschätzung des Arbeitsaufwandes sind die Hauptgründe dafür, dass im Gegensatz zu Ernchen (nehme ich mal ganz stark an) bei mir kein fertiger Quilt an der Wand hängt. Irgendwie war ich nach Weihnachten, so entspannt und harmonisch und richtig schön die Feiertage auch waren, bei mir die Luft raus. Zwei oder drei meiner Zähne haben sich spontan am 28. Dezember zu Zahnwurzelentzündungen entschlossen und weder ich noch der Sylvesternotdienst noch mein eigener Zahnarzt konnten feststellen, welcher der drei der Böse war. Jetzt sind sie wieder ruhig und stehen unter Beobachtung.

Dann kam die Annäherung in Bielefeld, zu der ich mein halbfertiges Weihnachtskleid mitgenommen habe, das aber immer noch nicht, selbst nicht nach diesem  intensiven Nähwochenende, fertig ist, es ist im Ganzen zu weit und muss doch noch mal geändert werden. Nach all dieser Näherei war und bin ich immer noch erschöpft. Dazu kommt, dass ich zur Zeit sehr viel Hausfrau und Mutter spielen muss: Kinder zu Terminen kutschieren, Wäscheberge beseitigen, von denen ich nicht weiß, wo sie andauernd herkommen. Die Spülmaschine ist seit dem 22. Dezember kaputt und ich komme nicht dazu, sie zu reparieren, also muss das Geschirr gespült werden. Vor dem Quilt ist immer noch die Laptoptasche für das große Kind dran, die jetzt endlich fertig werden muss und ich weiß einfach nicht, wo ich die Zeit dafür hernehmen soll. Ich fühle mich ausgelaugt, würde am liebsten die Decke über den Kopf ziehen und mindestens eine Woche schlafen. Stattdessen mache ich Ballkleider passend und jage nach Accessoires durch die Gegend für den Abschlussball des großen Kindes. Und schreibe deprimierende Posts voller Selbstmitleid, die ihr auch noch lesen müsst! Ich gehe jetzt ins Bett, so!

Nix für Lemminge: Das Mut-Bord

Heute beginnt die große Design-Herausforderung für Selbernäher: Alex von Mamamachtsachen lädt uns ein, in diesem Jahr zu sechs von ihr vorgeschlagenen Themen unser eigenes Kleidungsstück zu entwerfen. Heute soll eine Ideensammlung präsentiert werden.

Ich habe lange gezögert, ob ich dabei mitmachen will, denn erstens habe ich so gut wie keine Erfahrung mit dem Entwerfen von Kleidung und zweitens habe ich eigentlich schon mehr als genug Pläne für neue Nähprojekte (und mit jeder Burda, die in meinen Briefkasten flattert, werden es mehr). Außerdem bin ich nicht die allerzuverlässigste, was gemeinsames Nähen, auch das ist ein guter Grund, solche Projekte zu meiden.

Allerdings ist Grund 1 ja wohl eher ein Grund als ein Hinderniss, um an dieser Herausforderung teilzunehmen. Ich muss ja auch nicht alle 6 Themen bearbeiten. Also will ich mich mal dranwagen.

Das heutige Thema heißt : “From a far away place” und der Plan ist, Elemente einer nicht-europäische Kleidungs-Silhouette in ein alltagstaugliches Outfit zu übertragen  (ich hoffe, ich habe das richtig verstanden).

Südamerikanische  Ponchos sind absolut nicht mein Ding , die Muster dann schon eher, aber danach steht mir nicht der Sinn, das Gleiche gilt für Afrikanische Kaftane und ihre Muster, bleibt also Asien, und wie es der Zufall so will, liegt da ein Stöffchen, dass ganz from a far away place zu kommen scheint:

KirschblütenstoffIch gebe ja zu, das ist ein echtes Klischee, aber als ich diesen Tischläufer im Supermarkt sah, konnte ich nicht daran vorbeigehen, war er doch auf 3€ reduziert. Zwei von dieser Sorte sollten für einen Rock welcher Silhouette auch immer reichen. Dazu denke ich an ein Blüschen im Stil eines chinesischen Cheongsam:

Autor:Atlaslin unter CC-Lizenz

Autor: Jakob Montrasio unter CC-Lizenz

Für die Bluse habe ich einen schwarzen Stoff im Auge, der momentan irgendwo als abgelegte Bluse in der Verkleidekiste herumliegt.  Natürlich weiß ich, dass Kirschblüten eher tradionell japanisch sind, aber ich habe beschlossen, bei der ersten Herausforderung ein bisschen großzügiger zu sein. Außerdem brauche in zur Zeit in meinem Leben keinen Kimono, wohl aber eine Bluse mit kurzen Ärmeln. Die Bilderstrecke ist ein bisschen dürftig, aber lizenzfreie Bilder zu finden ist nicht so einfach, und da ich schon sehr konkrete Vorstellungen habe, reicht das für heute aus. Beim nächsten Mal gibt es dann den Entwurf, der am Freitag im Bistro entstanden ist.

Hier geht es weiter zu Alex, die Hüterin der Nicht- Lemminge.